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Moselsteig 2015: Ürzig – Cochem

Etappe III: Flussschleifen, Steilhänge, Weinberge...

 

Das Gebiet

22 Wanderinnen und Wanderer des DAVs schlängeln sich auf ihren Tagestouren durch die Moselregion mit den engsten Flussschleifen, Tälern und steilsten Hängen. Das Schiefergebiet der  Eifel und der Hunsrück sind hier eng verzahnt. Die Blicke schweifen immer wieder über die malerische Landschaft mit ihren Weingärten in Steillagen, Felswänden, ihren im engen Tal langgezogenen Winzerdörfern und Bewaldungen in den Höhen. Große weiße Touristikschiffe, kleine Privatjachten und scheinbar schleichende Frachtschiffe auf der durch viele Staustufen regulierten und langsam dahinfließenden Mosel veranlassen zu manchen kurzen Beobachtungspausen und gelegentlichem willkommenem Durchatmen im Hang. In dieser herrlichen Landschaft konnten auch Stunden mit dunklen Wolken die Freude an den Wanderungen kaum trüben. Nach mancher mehrstündiger Wanderung um eine Moselschleife war die geografische Entfernunng kurz geblieben. Auch in diesem Felsgebiet der Mosel bauen die Winzer überwiegend die Rieslingrebe an. Viele arbeiten heute wirtschaftlich notwendig und für langjährige Weingenießer spürbar erfolgreich  ihre Trauben verschiedener Rebsorten vor allem aus Steillagen zu guten differenzierten Weinen hoher Qualität aus. 


Strecke Moselsteig 2015: Ürzig - Cochem

Die alte Weinbaugemeinde Ediger-Eller wurde als Standort gewählt, da sie am Moselsteig, hier speziell am Calmont, etwa mittig unserer Gesamtstrecke mit Bahnanschluss liegt. Das Mosel-Landhaus Hotel Oster an der Moselweinstraße in Eller diente zur vollen Zufriedenheit als Quartier. Es war das dem Bahnhof nächstgelegene geeignete Hotel, wenn auch zur Bahn morgens leicht sportives „Warmlaufen“ und abends  „Auslaufen“ gefordert werden. Der Standort: Ediger-Eller ist urig, moselig, zentral, gut geeignet.

Anreisetag

So, 4.10.: Ortserkundung, Weinfest

Per PKW reist die Wandergruppe nach Eller an, wo Menschenmassen aus zahllosen Autos  den kleinen Ort zum Weinwochenende überschwemmen. In allen Straßen wird  Selbstgebackenes, -gekochtes, -gebasteltes, -erzeugtes aus Garten und Weingut angeboten. Die Musik und kleinen Darbietungen der hiesigen Vereine - sicht- und hörbar fleißig eingeübt! - regen zum Verweilen an. Wie von unserer späteren Führerin angekündigt, sind bis zum Abend fast alle essbaren Vorräte in Winzer- und Weinstuben „vertilgt“. Sie führt uns dann zu traditionsreichen Gebäuden des Weinortes und erläutert die ursprüngliche interessante Struktur der Dörfer im engen Moseltal: u. a. zwei Parallelstraßen, platzsparend für den Weinbau. Selbst die Architektur der Kirche - kurz und hoch - war innen danach ausgerichtet: unten Plätze für Frauen und Kinder, darüber für Männer und ganz oben die Orgel. Nach dem Rundgang „erbarmt“ sich das Personal, in den gediegenen Gewölben des Schlosskellers für uns Imbiss mit Wein zuzubereiten. Insgesamt ein interessanter Einstiegstag in dem regen Weinort!

Bei Ürzig - Start in die Wanderwoche

1. Tag

Mo., 5.10.: Wanderung von Ürzig-Bahnhof nach Traben-Trabach

Mit dem Zug fahren wir nach Ürzig Bahnhof, auf 195 m nördlich von Ürzig liegend. Auf einem Zuweg  wandern wir dann südlich aufwärts durch Feld- und Wiesenfluren, zuletzt durch den Waldsaum, bis wir nach 2,5 km auf den Moselsteig bei Ürzig stoßen. Es öffnen sich nun die ersten Ausblicke in das Moseltal, die sich beim weiteren Anstieg auf  400 m zu einer imposanten Übersicht über Weinhänge, die kleinen Weinorte und die gesamte Flussschleife erweitern. Trinkpausen zwecks Ausblick sind willkommen. Nach ca. 11 km wird der Grillplatz Hähnchenborn unter Bäumen und mit Weitblick in das Tal oberhalb des bekannten Weinorts Kröw zur Mittagspause genutzt. Der Moselsteig führt uns dann unterhalb des Feriendorfs und der riesigen Festungsruine Mont Real, von Ludwig XIV gebaut und nach politischer „Einsicht“ wieder geschliffen, in Wellen talwärts, bis wir  Traben-Trarbach erreichen und einen kleinen Stadtrundgang anschließen. Optisch besticht die Doppelstadt in Fluss- und speziell Brückennähe durch Jugendstilflair.
Wirtschaftlich bedeutend war sie um 1900 als zweitgrößter Weinumschlagsplatz Europas, nach Bordeaux. Über 30 großflächige Gewölbekeller, teils mehrstöckig, damals Platz für 15.000 Fuder Wein,  unterhöhlen die Stadt noch heute. Sie werden genutzt als Ausstellungsraum für historische Geräte des Weinanbaus, Tiefgarage, Lagerflächen, ... und einen überregional bekannten Weihnachtsmarkt.
Fünf  unterschiedlich gestaltete Keller besichtigen wir mit einem Führer, der neben der Historie  nette Geschichten und Sprüche über den Wein und seine Trinker erzählte. Der anschließende lange Marsch entlang der Mosel zum Abendessen im Moselstübchen Litziger Lay hat sich gelohnt: gutes Essen, guter Wein, gute Bedienung trotz vollem Lokal. Langer Weg zurück zur Bahn, Bahnfahrt mit Umsteigverzögerung – ein langer gefüllter Tag geeignet für guten Schlaf!

2. Tag

Di., 6.10.: Wanderung  Traben-Trabach – Reil – Alf

Per Bahn nach Bullay, von dort mit der Moselweinbahn nach Traben-Trarbach. Über die Brücke gehend genießen wir den Anblick des malerische Brückentors mit Jugendstilelementen. Jenseits der Straße starten wir gleich den teils steilen Aufstieg von 110 m auf 370 m. Der Weg führt auf  dem bewaldeten Hang meist als breiter Fußweg, manchmal aber im Zickzack auf noch trockenen schmalen steilen Pfaden aufwärts.
Bäume versperren meist den Ausblick, dunkle Wolken drohen, aber auf der Höhe bei Starkenburg ist das Durchatmen tief und auch der Ausblick weit. Pause verdient. Die Gesichter hellen auf. Wir wandern ca. 1 km parallel zur Straße abwärts und dann oberhalb der Weinhänge bei freier Talsicht weiter. Es beginnt zu nieseln, und die großzügige Schutzhütte Rottenblick lädt zur vorgezogenen Mittagspause ein.
Danach steigen wir bald nach Enkirch, bekannt durch viele Fachwerkhäuser, in das Großbachtal auf 120 m ab. Schnell geht es hinter dem Dorf aufwärts durch eine Weinlage auf 220 m. Auf leicht welliger Strecke an der Weinbergkapelle vorbei bei regnerischem Wetter wandern wir unterhalb des Waldes, bis wir auf Fahrwege der Winzer im Zickzack nach unten Richtung Brücke nach Reil wenden.
Nach einem kurzen Einblick in den hübschen Weinort stoßen wir bald auf das Weingut Pension Karina, dessen Café bekannt ist für die gute Winzertorte. Nicht nur die bestellte Torte, sondern auch der Wein war gut. Wir sitzen aufgewärmt gemütlich trocken bei guter Versorgung, und - der Bahnhof  im Ort war nah, der Zielort Alf aber war fern hinter den Bergen. Wir fahren auf der historischen Kanonenbahnstrecke über den Umweltbahnhof Bullay zurück nach Eller. Das Abendessen mit gutem Wein und kleiner Geburtstagsfeier genießen wir in der Winzerstube Oster.

Moselblick vom Calmont, links Ediger Eller, rechts Bremm

3. Tag

Mi., 7.10.: Wanderung von Neef nach Zell

Start mit dem Bus zur Moselbrücke Bremm-Neef. Über die Brücke und dem Zuweg durch den Ort an der Schleuse vorbei stoßen wir bald auf den Moselsteig. Beim Anstieg auf  300 m eröffnen sich herrliche Blicke in das Moseltal mit den Orten St. Adelgunde und Alf  sowie auf die Berge um Burg Arras.
In einem großen Bogen umwandern wir Bullay auf der teils bewaldeten Höhe und pausieren an der Königshütte mit Fernblick. Im weiteren Verlauf werden die Ausblicke faszinierend, verwirrend und spannend. An der  Doppelschleife der Mosel von Reil nach Zell und weiter nach Bullay reihen sich Weinorte auf, geografisch  nah zusammen, sichtgetrennt durch Anhöhen in den Schleifen, von oben aber mehrere im Blickfeld. In Wellen abwärts auf 130 m wandernd genießen wir Orte ratend die sich ändernden Blickfelder und steigen dann wieder auf zur Aussichtsplattform am Collis-Turm. Welch ein imposanter Blick über keulenförmige Zeller Moselschleife und die berühmte Weinlage Schwarze Katz!
Beim Abstieg nach Zell überrascht zunächst ein alpines steiles felsiges Stück. Der kleine Rundgang durch den Ort endet in dem Restaurant Schlosskeller mit einem Essen. Den hervorragenden Ruf Zells haben andere Orte mehr verdient. Die fakultative private Bootsfahrt muss leider witterungsbedingt abgesagt werden. Wir kehren mit dem Bus zurück nach Eller. Abends individuelle Gestaltung.

Im Klettersteig Calmont

4. Tag

Do., 8.10.: Wanderungen am Calmont Eller - Bremm - Eller

Tag eines touristischen Wander-Highlights! Die Voraussetzung, trockenes Wetter und trockener Fels, für den Klettersteig am Calmont stimmen. Der felsige steile Calmont-Hang, ca. 300 m hoch, drohte einst zu verdornen. EU-gefördert wurden Weingärten in Steillagen erhalten, und vom DAV-Koblenz wurde ein Klettersteig mit Auf-und-Abs, bekannt auch  durch TV-Berichte, mit gepflegten Versicherungen und Hilfen wie Leitern im Steilhang für geübte Wanderer eingerichtet. Gemeinsam starten wir in den Berg. Ein Teil meistert den Klettersteig und den steilen Serpentinenpfad zum Gipfel. Die anderen steigen mit gelegentlichem Blockklettern auf dem offiziellen Moselsteig zum Gipfelkreuz.
Dort wird eine kleine gemeinsame Sause gemacht. Abwärts geht es dann nach Bremm. Dort erfreuen wir uns auf den Moselterrassen des Weinhauses Berg bei guter Bewirtung der gelungenen Stunden. An der Mosel entlang kehren wir nach Eller zurück. Zum Abend wandern wir durch den hübschen engen Ortsteil Ediger und genießen das gute Winzersteak im St. Martinuskeller. Ein toller Tag!

Die Gipfelstürmer des Calmonts
Burgruine Metternich oberhalb Beilsteins

5. Tag

Fr., 9.10.: Wanderung von Eller nach Beilstein

Vom Hotel aus gehen wir durch Eller-Ediger, steigen dann am Moselsteig ca. 200 m auf und wandern dann meist im Hangwald mit gelegentliche Ausblicken in das Tal. Große Weinlagen durchstreifen wir abwärts vor der Überquerung der Moselbrücke nach Senheim. Das Wetter war wechselnd - also  Pause im Bäckerei-Café Stenz.
Dann führt der Steig durch steile Lagen auf die Höhe und im Bogen durch Weinhänge, wo uns abwärts der Kulturweg „Steinreichskäpp“, der  kunsthandwerklich und humorvoll die Themen Wasser, Stein und Wein verbindet, sowie herrliche Moseltalblicke erfreuen.
Nach der Querung des Talbachs bei Biedern wandern wir auf dem bewaldeten Moselhang, besichtigen den jüdischen Friedhof und tauchen an der geschichtsträchtigen Burgruine Metternich vorbei in das Örtchen Beilstein, oft Dornröschen der Mosel genannt.
Es begeistert durch Winkel und Gassen, wunderschöne Ausblicke von den Terrassen, Weinstuben, winkelige Cafés, große Restaurants und Karmeliterkirche. 150 Einwohner, aber einfach romantisch, häufig genutzt als Filmkulisse. Nach individueller Ortsbesichtigung Rückfahrt mit dem Hotelbus und Abendessen aus der guten Hotelküche.

Im Steillagenweinberg, links Ellenz-Poltersdorf

6. Tag

Sa., 10.10: Wanderung von Beilstein nach Cochem

Anfahrt mit dem Hotelbus nach Beilstein. Der Steig führt sofort in den Steilhang hoch, wo wir dann auf Pfaden zunächst im Waldsaum, dann durch Weinhänge tendenziell abwärts wandern. Hinter Bruttig fordert uns der steile Aufstieg von 90 m auf 310 m, um anschließend im leichten Auf-und-Ab und Linksbogen auf waldiger Höhe zu wandern. Dann taucht ein prachtvoller Anblick auf: Burg und Stadt Cochem. Der Weg führt nun zügig nach unten zur historischen Senfmühle und Brücke. Es war ein Wanderung mit herrlichen Pfaden und Ausblicken. Nach individuellem Stadtrundgang fahren wir per Bahn nach Eller in 5 min durch einen langen Tunnel.
Das Abschlussabendessen im gemütlichen Beisammensein genießen wir in unserem Hotel. In traditionell kreativer Form dankt das „Damendreigestirn“ den Organisatoren in Worten, einem gedichteten Lied, einem Bildband mit Gedanken zu gemeinsamen Wanderjahren und Präsenten, manches aufbereitet unter Familienmithilfe. Ganz herzlichen Dank unsererseits!

Etappenziel Reichsburg Cochem voraus

Abreisetag

So, 11.10: Reichsburg Cochem und Heimreise

Die PKWs gepackt fahren wir nach Cochem und dann per Bus zur geführten Besichtigung auf die Reichsburg, eine der ganz wenigen renovierten, aber zahlreichen Burgruinen im historischen Spannungsgebiet Deutschland - Frankreich.
Der reiche Metall- und Elektroindustrielle sowie Berlin-Wohltäter Ravené aus einer Hugenottenfamilie kaufte sie im 19. Jhdt., renovierte sie äußerlich nah am Original, innen detaillverliebt und komfortabel nach eigenen Vorstellungen. Allerdings erlebte er neben der Ehetrennung noch ein deutsches Schicksal: von den Nazis weitgehend enteignet wanderte die Familie nach Amerika aus. Vor der Heimreise war es ein interessanter Abschluss im touristischen Moselensemble, das inzwischen von der New Times für 2016 in die Liste der empfolenen Reisen weltweit aufgenommen ist.

Maria und Klaus Neumann