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Klettertraining im Ahorn-Sportpark
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Moselsteig 2014

Die Strecke des Moselsteigs 2014

Etappe II: Im Rheinischen Schiefergebirge beim Riesling angekommen

Das Gebiet

Na also, die Moseltouristik hatte es 2014 geschafft, ihren Steig zu markieren – und das auch sehr gut. 21 Wandererinnen und Wanderer des DAVs können ohne Pionierleistung der Etappe I die malerischen Ausblicke auf  Weinhänge und -dörfer, Flussschleifen, Steillagen sowie Bewaldungen in den Höhen genießen, und zwar bei durchgehend gutem frühherbstlichem Wanderwetter. Auf unserer Strecke von Schweich bei Trier nach Ürzig fließt die Mosel, begleitet von Hunsrück und Eifel, in das Schiefergebiet, wo die Rieslingrebe für den bekannten Moselwein dominiert. In Neumagen-Dhron bereitet das freundliche und engagierte Konditorenehepaar Wald, bekannt für  vorzügliche Tortenauswahl, die Zimmer ihres Hotel „Hotel-Cafe am Römerweinschiff“ exklusiv für uns zum „Wandergruppenheim“. Der Weinort selbst - auf Grund der Funde nach eigenen Angaben der älteste an der Mosel - bietet  gediegene Gastronomie und Winzerbewirtung. Die Touristik pflegt zunehmend die Historie als bedeutendes Römerkastell, damals eine Tagesreise von Trier entfernt. Einmalige Besonderheit: Der mächtige fahrbare Nachbau eines Römerweinschiffs.

1. Tag

Gruppenbild vor dem Römerweinschiff

Di., 30.09.: Schweich – Mehring

Anreise mit den Pkws. Um 12:00 Uhr starten wir in Schweich vom Treffpunkt Parkplatz Schwimmbad, queren Schweich südlich und genießen bald bei gutem Wanderwetter die ersten Blicke auf die prall behangenen Rebstöcke und in das breite Moseltal bei Longuich. Nach einer Picknickpause steigen wir stetig auf, erst durch Wald und anschließend über Wiesenhochflächen zur Mehringer Höhe (418 m). Im seichtem Abwärts  wechselnd durch Bewaldung und an Wiesen vorbei wandern wir zur Huxlay, eine Erholungsfläche im lichten Waldsaum mit Picknickeinrichtungen, einem Gesundheitspark und vor allem eine herrliche Aussicht in das Moseltal bei Mehring und Riol. Der Abstieg seitlich des steilen Weinhangs führt über einen angelegten Serpentinenpfad durch Blumenbeete. Durch den Ort Mehring gehen wir dann zum „Cafe Kuchentraum“, wo trotz mancher sichtbarer Müdigkeit eine allgemeine Zufriedenheit mit der ersten Wanderung – und dem Kuchen - zu erkennen ist. Nach der organisierten PKW-Fahrt nach Neumagen-Dhron wird im Hotel eingecheckt, das Buffet genossen, den  Haus- sowie Ortserläuterungen unseres „Herbergsvaters“ gelauscht und die verdiente Ruhe gesucht.

2. Tag

Abstieg nach Zeltingen, rechts Kloster Machern

Mi., 1.10.: Bernkastel-Kues – Zeltingen-Rachtig

Auf Grund  von Besichtigungsterminen müssen wir die streckenmäßig letzte Etappe vorziehen. Hier verhindert die Großbaustelle der umstrittenen langen Moselbrücke für die E42 ein sinnvolles Wandern der restlichen Kilometer nach Ürzig. Transfer mit dem Charterbus nach Kues zum Cusanusstift, Geburtsort von Cusanus (1401-1464): weltberühmter Philosoph, Mystiker, Naturwissenschaftler und Kardinal, auch Kritiker in der Kirche und heute Namensgeber für die EU-weite Cusanus-Studienförderung. Die hoch interessante Führung über das Leben und Wirken Cusanus' sowie in  den spätgotischen Gebäudeteilen  Kapelle und Kreuzgang mündete in der Besichtigung einer wertvollen Bibliothek mit Büchern aus seiner Zeit. Dann wird gewandert: zurück über Brücke, die Gruppe wird leicht widerstrebend durch das malerische Bernkastel „gezogen“ - Besichtigung folgte später -, und aufwärts über Winzerwege durch den langgezogenen Weinhang zum Rasten in der „Waldschenke zur Eisernen Weinkarte“. Dann steigen wir durch den Wald weiter auf und queren das Schadbachtal. Der Weg führt nun auf der Höhe oberhalb der Wingerte am Waldrand entlang mit freien Ausblicken in das Moseltal auf scheinbar unendliche Weinhänge der Orte Gracht, Wehlen – bekannt ist die Lage Wehlener Sonnenuhr - und Zeltingen. Auf die Hütte zur Rast laut Karte warteten wir vergeblich, aber am Hangrand im Gras war es gemütlich. Bald schwenkten wir nach links steil bergab mit Blick auf das stattliche Zeltingen-Rachtig und unser Tagesziel Brauhaus Kloster Machern, jenseits der Mosel. Nach einem Einblick in den Ort Zeltingen wurde Kloster Machern bald erreicht.  Einigkeit herrscht: die Brauhaus-Gastronomie im Klostergarten sitzend ist ein guter Ersatz für die Wanderung nach Ürzig. Rückfahrt mit einem Charterbus. Später sitzen wir in der Winzerstube gesellig beim Wein und können den Klavierklängen unseres Seniors lauschen.

3. Tag

In der Mehringer Schweiz

Do., 2.10.: Mehring – Neumagen-Dhron

Anfahrt mit dem Linienbus nach Mehring. Zunächst zügig über die Moselbrücke – doch dann fordert uns der Moselsteig auf teilweise steilen Pfaden von 125 ü. NN auf 411 ü. NN durch die abwechslungsreichen Wälder der Mehringer Schweiz manchmal mächtig heraus. Verdientes Pausenziel: der 20 m hohe Turm für den außergewöhnlichen "Fünfseenblick" und der nahe gelegene großzügig gestaltete Rastplatz. Bald schwenken wir auf den Moselhöhenweg, der uns lang über den Bergrücken an der Feriensiedlung Sonnenberg vorbei zum Hotel Zummethof führt. Wir bestaunen von der Terrasse bei guter Gastronomie den malerischen Ausblick auf die Trittenheimer Moselschleife, einer der schönsten auf der diesjährigen Strecke. Weiter wandern wir in der Höhe auf dem Moselsteig, bis der Weg uns talwärts zuletzt durch den Weinberg zur Marterkapelle an der Mosel nahe am Ziel Neumagen-Dhron führt. Vorbei an den Rebstöcken und Winzerhöfen erreichen wir schnell unser Hotel. Am Abend eine Spezialität: ein römisches 3Gängemenue mit seinen markanten Gewürzen im Restaurant Römerkastell zur Einstimmung auf den folgenden Römertag. Allgemeiner Tenor: sehr interessant und dabei auch sehr schmackhaft für unsere Gaumen. Anschließend nutzen einige eine Weinprobe beim Winzer für Bestellungen, meist natürlich einen Moselriesling.

4. Tag

An der "Trittenheimer Schleife"

Fr., 3.10.: Neumagen-Drohn – Piesport

Zunächst „Lehrstunden mit Praxis“ vor Ort zur römischen Geschichte: Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Reliefs – sensationell das Römerweinschiff, einst Grabmal  eines wohlhabenden Weinhändlers um 220 -, Statuen und behauene Felsblöcke von Befestigungen gefunden, die die Bedeutung Neumagens als wichtiges Kastell erkennen ließen. Die Originale liegen meist im Rheinischen Landesmuseum Trier, und die Blöcke der Befestigung sind meist verbaut in der Region. Die Historie wird uns deutlich:  zunächst im Film, dann in der Ortsbesichtigung mit einem Führer, der die auch versteckten Mauerreste weiß sowie bei den Figuren auf den Replikaten Funktion, Rang und sogar Gemütsstimmung  erkennt. Höhepunkt: das Rudern mit der Stella Noviomagi, dem Weinschiffsnachbau (breit 4,20 m, lang 17,95 m, hoch 3,90 m, orientiert an Funden). Die wichtigste „Fälschung“ - Voraussetzung nicht nur für uns - ist der eingebaute Motor. Es ist ein einmaliges Erlebnis, damit vor den Steilhängen von Piesport und der Mosel-Loreley mit ihren kleinen, nur per Schiff erreichbaren Weingärten – teils für Privatevents genutzt - zu schippern bei Versorgung mit frischen Brezeln, Käse und Wein. Diese Versorgung ist nach dem Fußmarsch über die Brücke mitverantwortlich – mehr als die „Ruderversuche“ selbst – für manches Keuchen und Quälen beim anschließenden Anstieg auf die Höhen Piesports, von wo uns aber zum Lohn ein herrlicher Ausblick, den auch viele Drachenflieger nutzen, erwartet. Noch steiler steigen wir dann ab zu der gut restaurierten römischen Kelteranlage bei Piesport, queren die Mosel nach Oberemmel, wo wir beim Winzer mit Blick auf unseren heutigen imposanten „Weinwanderberg“ einen Federweißen genüsslich tranken. Rückfahrt mit arg verspäteten Linienbus, Abendessen im Lokal „Käpt'n Cook“ am Yachthafen.

5. Tag

Fahrt mit dem Schiff "Stella Noviomagi", westlich von Piesport
Weingärten im Felsenhang, östlich von Piesport

Sa., 4.10.: Piesport nach Bernkastel

Zunächst mit den Pkws zum Nachbarort Oberemmel. Als Zuweg  wählen wir die Brücke östlich von Piesport und steigen zwischen Wingerten auf zum Moselsteig. Der Weg führt uns am Waldsaum entlang oberhalb des Weinhangs. Die beidseitigen Hänge der Mosel bei Wintrich wirken wie Rebmeere. Wir queren dann einen Wald und anschließend einen Weinberg Richtung Monzel. Hinter dem Ort setzen sich die Rebflächen fort. Am Steilhang des Braunebergs – der Ort gleichen Namens liegt rechtsseitig – erkennt man deutlich das Schiefergestein. Bald wandern wir in einem Zickzack von der Höhe, über die Moselbrücke und kehren in Mülheim wie vorbestellt im Hotel zur Post zur Stärkung ein. Der Weg steigt dann zunächst an einigen ortsnahen Weingärten vorbei zum Helenenkloster  mit Ausblick auf Lieser mit seinem Schloss. Weiter können wir auf halber Anhöhe und angenehmen Waldwegen wandern, bis nach einem leichten Abstieg in das Goldbachtal oberhalb von Andel noch einmal ein Anstieg um 150 hm folgt. Kurz vor Burg Landshut verlassen wir den Wald, und am Steilhang begrüßen uns wieder die Rieslingreben. Wir besichtigen die Burgruine, die exponiert zum Moseltal auf den Fundamenten eines spätrömischen Kastells des 4. Jahrhunderts steht. Im nahen Restaurant „Balkon von Bernkastel“ erholen wir uns bei herrlicher Aussicht von der Strecke und dem Auf-und-Ab des Tages. Es folgen der Abstieg nach Bernkastel und die Rückfahrt im überfüllten Linienbus mit Chorgesang.
Das Abendessen à la carte mit einem gemütlichen Beisammensein genießen wir in der Rieslingstube aus der guten Küche des „Hotels zum Anker“. Die Gruppe überreicht den Organisatoren Präsente und dankt wieder einmal in sehr kreativer Form: ein gedichtetes Lied, aufgefangene Gedanken zur Wanderwoche sowie philosophische Überlegungen zum Wandern. Toll, herzlichen Dank unsererseits!

6. Tag

Am Hang des Braunebergs

So., 5.10: Stadtführung in der Altstadt von Bernkastel und Rückfahrt

Wir reisen ab und treffen uns in Bernkastel zu einer geführten Besichtigung des äußerst romantischen Städtchens. Fachwerkhäuser – klein, groß, schief und mit Sprüchen versehen, aber immer gepflegt –, Einrichtungen der Stadtbefestigung, der unrühmliche Schandpfahl des Mittelalters, Nachtwächterzubehör und das sonntägliche Treiben prägen die bunten Erinnerungen.

Nach einer kleinen Stärkung verlassen wir das schöne Moseltal heimwärts.


Maria und Klaus Neumann