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Adlerweg Tirol Teil 2

Nach dem ersten Teilstück von St.Johann über Kufstein bis zum Achensee folgte nun das zweite Teilstück, vom Achensee über Innsbruck bis Leutasch.

Acht Alpenvereinsmitglieder trafen sich am 7.7.2012 im Naturhotel Alpenblick in Maurach am Achensee. Zum Socken- oder auch Schuhe einlaufen gab es  eine kleine Runde durch den Ort, natürlich mit Einkehr in einem schönen Cafe. Vor dem Abendessen konnten wir in aller Ruhe noch Sauna und Wellness genießen und auf eine schöne Wanderung anstoßen.

1.Tag: Vom grünen See ins graue Karwendel ( 19km, 1210m hoch)

Am Sonntag, nach einem sehr guten Frühstück, ging es  los. Direkt an der Seilbahnstation, wo wir 2011 angekommen waren,  fanden wir den ersten Wegweiser zum Adlerweg. Auf unserem Weg am Ufer des Achensees wurden wir von der  dampfbetriebenen Achensee-Zahnradbahn überholt. Bei gutem Wanderwetter erreichten wir Pertisau und wandern weiter ins sanft ansteigende Falzthurntal bis zur Gramaialm. Hier ist ordentlich was los. Viele Sonntagsausflügler kommen zu Fuß, per Bike oder auch mit dem Auto auf diese schön gelegene Alm.  Von Pertisau fährt auch ein historischer Bus bis zur Gramaialm, aber den haben wir leider verpasst. Auf einem schottrigen Fahrweg geht es von der Gramaialm  taleinwärts weiter in Richtung Lamsenjochhütte. Hier oben herrscht ein rauer Kommandoton. „Deckel drunter“ ist wohl der am häufigsten gehörte Spruch auf dieser Hütte. Zum Abendessen gesellt sich unser Paderborner Kollege Uli Lenke mit Markus zu uns. Die beiden wollen von der Hütte aus verschiedene Touren klettern.

2.Tag: Von der Lamsenjochhütte zum Karwendelhaus ( 19km, 1120m hoch, 1300m runter )

Das gute Wetter machte erst einmal Pause und wir zogen bei leichtem Regen weiter bis zum Almdorf Eng. Eng ist mit insgesamt 510 Hektar und ca. 700 Kühen das größte Almdorf in Tirol. Talauswärts sehen wir ein einzigartiges Naturdenkmal: den Großen Ahornboden – über 2000 Bergahorne, die teilweise ein Alter von mehr als 600 Jahren erreicht haben. Über Wiesen und durch schönen Mischwald geht es hinauf zum Hohljoch. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Falkenhütte. Neben einer Mountainbike-Werkstatt und einer Ladestation für E-Bikes gab es auch leckeren Kuchen und Germknödel. Durch Almwiesen und lichten Wald gehen wir sanft abwärts und kommen zum Kleinen Ahornboden: Mehrere Jahrhunderte alte Ahorne wachsen auf der ebenen Weide. Hier befindet sich das Denkmal für Hermann von Barth, dem Karwendel-Erschließer: Freiherr Hermann von Barth (1845–1876) bestieg im Sommer 1870 88 Karwendel-Gipfel, zwölf davon waren Erstbesteigungen.
Stetig ansteigend wird aus dem Weg ein Steig und über den Hochalmsattel erreichen wir das Karwendelhaus. Hier werden wir überrascht von Gastfreundlichkeit, Service und gutem Essen.

3. Tag: Auf der Königsetappe bis ??? (10km, 930m hoch, 1530m runter )

Das gute Wanderwetter war zurück, der Tisch war gedeckt und das Frühstück hervorragend.
Der Steig beginnt vor der Haustür und führt gleich 100 Höhenmeter steil und seilversichert hinein ins Schlauchkar. Nach zwei kleinen Trinkpausen und dem überqueren von Schneefeldern erreichen wir nach ca. drei Stunden den Schlauchkarsattel. Jetzt geht es nur noch bergab!   Aber wie? Blockkletterei mit zum Teil herausgerissenen Befestigungen und lose herumhängenden Seilenden sind nicht jedermanns Sache. Aber mit viel Ruhe und Unterstützung durch den Wanderführer schafften alle dieses erste Hindernis auf dem Abstieg. Auch lange steile Schotterpisten bremsen den Einen oder Anderen aus. Und dadurch bedingt erreichten die Letzten erst nach zehn Stunden die Kastenalm. Jetzt musste schnell umorganisiert werden. Ein Gewitter zog auf und bis zum Hallerangerhaus waren es noch drei Stunden.
Als erstes die Übernachtung auf der Hütte absagen und dann ein Taxi bestellen. Während der 15km langen Fahrt über einen Waldweg bis Scharnitz bestellten wir über Taxifunk und Zentrale schon eine Pension mit 4 Doppelzimmern. Alles war gut, alle haben die schwierige Etappe geschafft.

4. Tag: Innsbruck und Stubaital

Ausschlafen, gut frühstücken und mit dem Zug nach Innsbruck. In der Altstadt beziehen wir unser Hotel (Weißes Kreuz anno 1465). Und da wir heute nicht auf dem Adlerweg unterwegs sind, machen wir einen Abstecher mit der Bahn ins Stubaital. Bei Mutters nehmen wir die Seilbahn zu Muttereralm. Bei Schmalzbrot und Marillenkuchen genießen wir Bergwelt und Sonnenschein. Über einen schönen Wanderweg steigen wir ab und sind pünktlich zurück am Bahnsteig. Abends lassen wir uns im ältesten und besten Gasthof von Innsbruck mit guten Essen und Wein verwöhnen. Laut Hinweistafeln hat hier schon 1494 Kaiser Maximilian gegessen.

5. Tag: Innsbruck Solsteinhaus(6km, 890m hoch)

Nach dem Frühstück hat jeder zwei Stunden zur freien Verfügung. Die Einen gehen shoppen, einer sucht Geocache und eine repariert ihre Wanderschuhe. Nach einer Tube Patex muß sich bei der Stadtführung zeigen, ob die Sohle hält. Sie hält und wir können mit den Zug Innsbruck verlassen. Vom Hochzirler Bahnhof suchen wir uns den Weg hinauf zum Solsteilhaus. Der Weg geht steil durch lichten Wald, später durch Latschen hinauf ins freie Almgebiet, vorbei an der idyllischen Solnalm, wo wir das Solsteinhaus zum ersten Mal ein Stück weiter oben stehen sehen. Auf der frisch renovierten Hütte ist die Stimmung gut und wir beziehen ein ordentliches Lager.

6. Tag: Durch wild-einsame Täler ins Wetterstein (17km, 850m hoch, 1350m runter)

Vom Solsteinhaus geht es durch Schutt und Felsen zur Eppzirler Scharte und weiter hinunter zur Eppzirler Alm. Nun führt ein breiter Fahrweg gemächlich fallend das Eppzirler Tal hinaus und weiter den Giessenbach entlang, durch die wildromantische Giessenbachklamm talauswärts. Durch die rauhe Sattelklamm steigen wir zum Hohen Sattel auf, von wo man schon in die Leutasch hinaussieht. Durch den Ortsteil Ahrn hindurch erreichen wir unser Quartier. Das Essen in diesem Gasthof ist sehr gut, die Zimmer müssen wir nicht noch einmal beziehen. Für den Start der letzten Etappen auf dem Adlerweg im Juli 2013 suchen wir uns ein anderes Hotel in Leutasch-Weidach. Die geklebten Schuhe wanderten hier ihren letzten Weg direkt in die Tonne.

7. Tag: Abreise

Pünktlich um 9:00 Uhr stand das Taxi vor der Tür. Autobahn ist langweilig und kostet Maut, also fahren wir dank guter Ortskenntnis des Taxifahrers  durch ein schönes Naturschutzgebiet zurück zum Achensee. Noch einen letzten Kaffee im Hotel und dann trennen sich unsere Wege. Zwei bleiben in Maurach, zwei fahren zurück nach Leutasch und der Rest fährt heim.